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Studieren in Australien

Die Geschichte australischer Universitäten ist jung: erst 1850 wurde die University of Sydney gegründet. Gegenwärtig verfügt das Land über 38 staatliche und 2 private Universitäten, an denen rund 600.000 Menschen studieren. Die Vergabe der Studienplätze für ein Studium in Australien hängt maßgeblich von der Qualifikation der Bewerber ab. Anders als in Deutschland werden Studiengebühren nicht im Voraus gezahlt, sondern werden als Kredite von einem staatlichen Programm übernommen. Ein Studium an privaten Universitäten ist in jedem Fall gebührenpflichtig. Die aktive Bildungspolitik der australischen Regierung verursacht zur Zeit einen regelrechten Bildungstourismus. Der Begriff des australischen Bildungskontinents ist in diesem Kontext entstanden.
Für ausländische Studierende besteht allerdings grundsätzlich die Verpflichtung zur Zahlung von Studiengebühren. Plant man ein komplettes Studium, sollte man mit Kosten von etwa 5000 bis 6000 Euro pro Semester rechnen. Als Austauschstudent, also zeitlich begrenzt, sind die Kosten geringer und hängen von der deutschen Trägerschaft (Universitäten, DAAD, etc.) ab. Das Bildungskonzept der australischen Universitäten ist ähnlich wie das deutsche, bzw. europäische System nach der Bologna-Reform. Es wird in Undergraduate- (Bachelor) und Post-Graduate- (Master) Studien unterschieden. Wesentlich verbreiteter sind jedoch nicht-konsekutive Master-Studien. Das Bachelor-Studium, welches im Rahmen eines Studiums in Australien als reell berufsqualifizierend gilt, dauert in der Regel 6-10 Semester, ein Master-Studium 2-4 Semester. Typisch für den anglo-amerikanischen Raum kennt man auch in Australien der Bachelor of Honors, ein Zustazjahr nach dem Bachelor, welches zur Promotion (Ph.D.) befähigt.

Grundsätzlich werden im Rahmen eines Studiums in Australien pro Semester 4 Fächer (Vorlesungen) belegt, was zunächst wenig klingt. Zu jede dieser Vorlesungen kommt jedoch ein jeweils zweistündiges Tutorium, welches den Zweck verfolgt, die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen. In diesen Tutorien müssen kontinuierlich Leistungen (Essays und Vorträge) erbracht werden. Wie in Deutschland endet jedoch jeder Kurs mit einer Klausur. Die Klausur bestimmt in der Regel jedoch nur etwa 40% der Note – ein klarer Vorteil für ausländische Studenten, welche so eine schlechte Klausurleistung durch aktive Mitarbeit ausgleichen können.
Das Konzept der australischen Universitäten folgt dem Prinzip der Dienstleistungsorientierung. Durch die Einnahmen aus den zum Teil hohen Studiengebühren sind die australischen Universitäten befähigt, ihren Studenten ein ausgesprochen breites Dienstleistungs-Angebot zu schaffen. So gehören Beratungseinrichtungen zur Job- und Unterkunftssuche, sowie zur psychologischen Beratung zum Standard jeder Universität. Ebenfalls werden kostenlose Kurse angeboten, in denen man sich auf das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten vorbereiten kann. In der Regel verfolgen Lehrkräfte die „open door policy“, das heißt, dass Studenten ohne Voranmeldung zur Beratung kommen können. Insgesamt werden die hohen Studiengebühren so investiert, dass sie der Studierendenschaft zugute kommen. Der hohe Qualitätsstandard der Universitäten wird von einer eigenen Behörde der Regierung überwacht.