Pharmaziejobs
Die Pharmazie kann wahrscheinlich zu Recht als eine der ältesten Wissenschaften der Menschheit gelten. Das Wort „Pharmazie“ leitet sich von dem griechischen Wort „pharmakon“ her, welches Gift, Zaubermittel oder Heilmittel bedeutet. Ganz unter dem Zeichen dieses Namens beschäftigt sich die Pharmazie, oder Pharmazeutik, mit der Beschaffenheit, der Wirkung, der Herstellung, der Ausgabe und der Erforschung von Medikamenten. Dabei vereint sie integrativ die Bestandteile mehrerer Naturwissenschaften in sich: Die Pharmazie berührt Gebiete der Biologie, der Chemie und der Medizin genauso, wie sie das rein handwerkliche des Berufes streift, in dem es ebenfalls darum geht eine Salbe herstellen zu können und nicht nur zu wissen, welches Rezept dafür von Nöten ist.
Das Studium der Pharmazie ist dabei die Grundvorrausetzung, um in Deutschland den Beruf des Apothekers ausüben zu dürfen und das Wappen dieses Berufsstandes, der Äskulapstab, steht so stellvertretend für die gesamte Pharmazie. Das Symbol, das einen Holzstab zeigt, um den sich eine Schlange windet, ist seit langer Zeit Zeichen der Apotheker und Ärzte, wobei jedoch die Bedeutung dieses Emblems nicht abschließend geklärt ist. Wird die Schlange und der Stab als Zeichen der Weisheit und der Heilkraft interpretiert, die den Apothekern zugesprochen wurde und wird, so gibt es auch die anders lautende Vermutung, dass das Wappen die Entfernung eines Medinawurmes zeigt, ein Endoparasit, der unter der Haut seines Wirtes lebt. An für sich wird Pharmazie von Menschen seit Jahrtausenden betrieben, wenn man bedenkt, dass immer schon Pflanzen oder andere Substanzen zu Zwecken der Heilung oder als Rauschmittel Verwendung fanden. Als Wissenschaft ist die Pharmazie dabei relativ jung. An den Universitäten konnte sie sich erst im Verlauf des 17. und 18 Jahrhunderts etablieren. Dort erfuhr sie jedoch schnell eine breite Auffächerung ihres Fachgebietes und unterteilt sich heute in verschiedene Spezialgebiete, die sich mit dem einen oder anderen Teilbereich der Herstellung und Verabreichung von Medikamenten beschäftigen. Bedeutendere Rollen spielen dort die pharmazeutische Chemie, die pharmazeutische Biologie und die pharmazeutische Technologie, sowie die Toxikologie und die klinische Pharmazie. Die ersten beiden Disziplinen legen ihren Schwerpunkt verstärkt auf die chemische Seite der Pharmazie, daher den molekularen Aufbau eines Medikamentes, die Analyse unbekannter Substanzen und die Erforschung verschiedener Stoffeigenschaften, beziehungsweise auf die biologische Seite, die sich dann stärker mit der Nutzung von Tieren und Pflanzen zur Gewinnung von Arzneimitteln beschäftigt und seit neuerem auch um die Grundlagen der Gentechnik erweitert wurde, um diese fruchtbar für die Pharmazie zu bewirtschaften. Die pharmazeutische Technologie rückt hier stärker die Verarbeitungs- und Darreichungsformen der Medikamente in den Blickpunkt und legt ihren Fokus auf die Herstellungsverfahren und die technische Seite der Medikamente. Die Toxikologie schließlich wendet sich von den Medikamenten ab und den Giften und Schadstoffen zu. Sie untersucht Wirkungen von diesen im menschlichen Körper und versucht natürlich auch Gegenmaßnahmen und Schutzmöglichkeiten vor Giften zu entwickeln.
Die klinische Pharmazie, die ursprünglich aus den USA stammt und immer noch einige Schwierigkeiten hat, sich neben den anderen, pharmazeutischen Disziplinen zu etablieren, rückt eher den Patienten als die Wirkstoffe in den Vordergrund und erforscht so die Medikamente von einer anwendungsbezogenen Seite aus. Insgesamt stellt sich der Berufs des Pharmazeuten als ein interessantes Amalgam aus verschiedenen Fachbereichen heraus, spezialisiert sich dieser doch nicht bloß auf den einen oder anderen Zweig der Wissenschaft, sondern fügt verschiedene Teile zu einem Ganzen zusammen und ergänzt dabei Praxis und Theorie zu einer vollständigen Ausbildung. Obwohl das Studium der Pharmazeutik als ein sehr schwieriges gilt, muss man jedoch im gleichen Atemzug sagen, dass es sicherlich auch eines der abwechslungsreichsten und interessantesten ist – genauso wie der ihm nachfolgende Beruf.
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